BLUE AXISYACHTING
27. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Menorca vom Wasser aus: sieben Ankerplätze für einen perfekten Tag

Menorca ist die ruhigste der großen Baleareninseln. Seit 1993 ist die ganze Insel UNESCO-Biosphärenreservat, große Teile der Küste sind unbebaut. Viele der bekanntesten Buchten erreicht man nur über …

Menorca ist die ruhigste der großen Baleareninseln. Seit 1993 ist die ganze Insel UNESCO-Biosphärenreservat, große Teile der Küste sind unbebaut. Viele der bekanntesten Buchten erreicht man nur über den Küstenweg Camí de Cavalls oder vom Wasser aus. Wer mit der Yacht kommt, ankert also dort, wo andere eine Stunde durch den Kiefernwald laufen.

Erst den Wind fragen

Auf Menorca entscheidet der Wind, welche Küste an diesem Tag die richtige ist. Weht die Tramuntana aus Norden, ist die Nordküste unruhig und man liegt im Süden geschützt. Bei Wind aus Süden ist es umgekehrt. Deshalb legt der Kapitän die Bucht erst am Morgen fest  und deshalb hat jede unserer Reisen einen Ausweichtag.

Die Südküste: heller Sand, türkises Wasser

Cala Macarella und Cala Macarelleta. Die zwei Nachbarbuchten im Südwesten sind das Postkartenmotiv der Insel: heller Sand, Kiefern bis ans Wasser, Felsen zu beiden Seiten. Im Sommer sind sie tagsüber gut besucht. Am schönsten ist es früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Tagesgäste gegangen sind.

Cala Escorxada und Cala Trebalúger. Zwischen Cala Galdana und Binigaus liegt ein Küstenabschnitt ohne Straßen. Escorxada ist eine stille Bucht zwischen Pinien, mit Sandgrund in etwa vier Metern Tiefe und glasklarem Wasser. Gleich daneben liegt Cala Trebalúger. Bei Wind aus Süden oder Südwesten sind beide nicht zu empfehlen.

Cales Coves. In den Felswänden dieser schmalen Bucht liegen rund 100 Höhlen, die schon in prähistorischer Zeit in den Stein gehauen wurden. Man ankert auf Sand in etwa drei Metern Tiefe, rundum von Klippen umschlossen, einer der ungewöhnlichsten Plätze der Insel für eine Nacht vor Anker.

Die Nordküste: rau, rötlich, einsam

Cala Pregonda. Rötlicher Sand, dunkle Felsen und kleine vorgelagerte Felsinseln: Pregonda sieht ganz anders aus als die Buchten im Süden. Ideal an Tagen mit Wind aus Süden.

Algaiarens. Die weite Bucht im Nordwesten hat zwei Strände, Es Tancat und Es Bot, umgeben von Pinien. Der Grund ist sandig mit einzelnen Algenfeldern. Sie ist nach Norden offen, bei Tramuntana fährt man besser woanders hin.

Fornells. Die tiefe, geschützte Bucht an der Nordküste endet in einem kleinen Fischerort. Er ist bekannt für die Caldereta de Langosta, den Langusteneintopf, der als Menorcas berühmtestes Gericht gilt.

Im Osten: Illa d’en Colom

Die Insel vor der Ostküste gehört zum Naturpark S’Albufera des Grau. Sie hat zwei kleine Buchten und eine große Sandfläche zum Ankern, gut geschützt vor den vorherrschenden Winden. Viele halten das Wasser hier für das beste Schnorchelrevier Menorcas.

Ankern mit Rücksicht: die Posidonia

Unter Wasser wachsen rund um die Balearen große Wiesen aus Neptungras (Posidonia oceanica). Sie halten den Sand fest und sind ein wichtiger Grund dafür, dass das Wasser so klar ist. Ein Anker reißt Furchen von 40 bis 50 Zentimetern Breite, und die Pflanze wächst nur sehr langsam nach.

Seit 2018 schützt deshalb ein eigenes Dekret die Seegraswiesen. Geankert wird nur auf Sand, den hellen, türkisen Flecken zwischen dem dunklen Grün. Im Sommer sind Boote der Posidonia-Überwachung unterwegs und bitten Yachten, falls nötig, umzuankern. Von 2020 bis 2024 wurden so fast 590.000 Anker kontrolliert, rund 7 Prozent mussten versetzt werden. Für unsere Gäste heißt das: Die Crew kennt die Sandflecken, und Sie genießen die Bucht mit gutem Gewissen.

Menorca bei Blue Axis

Unsere Reise „Balearen: Kultur & Küche“ führt in sieben Nächten von Ibiza über Formentera, Cabrera, Palma, Sóller und Pollença bis nach Ciutadella auf Menorca, mit talayotischen Fundstätten und Mahón-Käse zum Abschluss. Wer an Menorcas Küste einen zusätzlichen Ankertag einlegen möchte, plant ihn mit uns ein. Welche Bucht es wird, entscheidet am Morgen der Wind.

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